Propstei St. Gertrud

Gemeinde Propstei St. Gertrud
Wattenscheid

St. Gertrud


Unsere Kirche

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Grunriss Turm Altarraum Taufstein Friedensaltar Marienbildnis Bild der hl. Gertrud Gertrudstatue Seit 1872 ist die neugotische Kirche im Zentrum ein fester Bestandteil von Wattenscheid. Mit ihrem 65 Meter hohen Turm ist sie aus dem Stadtbild nicht mehr wegzudenken.
Auf der Kirchenburg sah es jedoch nicht schon immer so aus wie heute: 1868 hat man angefangen die Pläne des Paderborner Dombaumeisters Arnold Güldenpfennig in die Tat umzusetzen und diese fünfschiffige Kirche zu bauen. Zuvor aber haben am selben Platz im Laufe der Zeit mehrere andere Kirchenbauten gestanden. Die Kirchenburg gilt schließlich als die Keimzelle des Christentums in Wattenscheid. Die Legenden besagen, dass der heilige Bischof Swidbert aus England auf das europäische Festland kam und auch den in der Gegend von Wattenscheid lebenden Stamm der Brukterer missionierte. Zu Ehren der heiligen Gertrud, die auch ihm eine sichere Überfahrt gewährt hatte, baute er in Wattenscheid eine erste hölzerne Kirche. Soweit die Legende. Historisch gesichert ist, dass bereits zu karolingischer Zeit eine Kirche aus Stein auf der Kirchenburg stand, denn das zeigen die Fundamente am Kirchturm. Weiter haben Untersuchungen des Geländes aus dem Jahr 1977 ergeben, dass es drei Vorläuferbauten gab: eine karolingische Saalkirche (10. Jh.), eine ottonische Basilika (12. Jh.) und eine gotische Hallenkirche (15. Jh.). Die Wattenscheider Kirchenburg war aufgrund der erhöhten Lage schon immer ein strategisch wichtiger Punkt und diente zum Schutz der Bevölkerung auch im Verteidigungsfall.
Nun aber wollen wir uns auf einen kleinen Rundgang durch unsere Kirche begeben, wie sie als Resultat mehrere Renovierungen und kleinerer Umbaumaßnahmen heute vor uns steht. Fünf Türen hat sie, sowie den Zugang durch die Sakristei. Wir entscheiden uns für den Eingang im Turm, dem ältesten Teil der Kirche. Während der Helm erst 1895 aufgesetzt wurde, stammt der Turmsockel noch aus dem 11. oder 12. Jahrhundert. Als Tympanon befindet sich über dem Portal ein Fenster, dass die heilige Gertrud als Patronin von Wattenscheid, Nivelles und sogar ganz Europa darstellt. Zu sehen sind neben der schönen Frauengestalt die Niveller Stiftskirche und die Wattenscheider Propsteikirche, sowie der europäische Kontinent. Wer genau hinschaut, entdeckt sogar, dass darauf einige Orte markiert sind, an denen es Kirchen unter dem Patronat der heiligen Gertrud von Nivelles gibt.
Den Eingang zum Turm findet man auch dann offen, wenn der Rest der Kirche verschlossen ist. So kann man durch ein schmiedeeisernes Gitter wenigstens einen Blick ins Innere und auf den Altar werfen. Der Altarraum ist nahezu symmetrisch aufgebaut mit dem Altar in der Mitte und dem Tabernakel dahinter. Rechts und links befindet sich auf jeder Seite ein Ambo. Im Altar eingesetzt befindet sich eine Reliquie der heiligen Gertrud, darüber hängt seit 1987 das von Paul Marx gefertigte Chorkreuz.
Vorne im rechten Seitenschiff befindet sich der berühmte Taufstein. Er ist bereits über 1000 Jahre alt und in Deutschland somit einer der Ältesten seiner Art. Besonders sind nämlich die figürlichen Darstellungen an allen vier Seiten des Taufsteins. Teils noch sehr gut, teils nur noch schwer erkennbar zeigt er die Geburt Jesu, seine Taufe im Jordan, die Kreuzigung und die Auferstehung.
Im Hinteren Teil dieses Seitenschiffs ist aus Anlass des 1. Weltkrieges ein Friedensaltar eingerichtet worden. Die große Christusdarstellung am Kreuz steht als Zeichen der Hoffnung vor der Wand mit den Namen von über 350 Gefallenen. Unten am Altar stehen die Worte Papst Pius des X. "Ich segne den Frieden". Links an der Wand befindet sich auch eine Gedenktafel für die Gefallenen des 2. Weltkrieges. Zur Verehrung der Gottesmutter Maria findet sich vor allem auf der gegenüberliegenden Seite Gelegenheit. Die Inschrift "Heilige Gottesmutter Maria, Trösterin der Betrübten" findet man dort neben ihrem Bildnis.
Im Inneren der Kirche findet man zwei weitere Darstellungen der Pfarrpatronin. Hier kann man auch die Mäuse bewundern, die an Gertruds Äbtissinnenstab hinaufklettern.
Die Orgel der Propsteikirche ist noch verhältnismäßig neuen Datums. Sie stammt von der Orgelbaufirma Siegfried Sauer aus Höxter-Ottbergen und wurde im November 1982 geweiht. Sie verfügt mit Hauptwerk, Rückpositiv, Schwellwerk und Pedal über einen Umfang von 45 Registern.