Propstei St. Gertrud

Gemeinde Propstei St. Gertrud
Wattenscheid

St. Gertrud


Unsere Stadt

Wenn wir über Wattenscheid sprechen ist die Bezeichnung "Unsere Stadt" eigentlich falsch. Obwohl Wattenscheid jahrhunderte lang eine eigene Stadt war, ist es seit 1975 ein Stadtteil von Bochum. Am Selbstverständnis vieler Wattenscheider hat das allerdings wenig geändert.
Der Ursprung Wattenscheids geht bereits auf den Beginn der Christianisierung des Ruhrgebietes zurück. Um 890 wurde es erstmals erwähnt. Das Gebiet gehörte zur damaligen Zeit zum Kloster Werden. Der Ortsname, zuerst "Uuattenscethe", später "Watenscethe" deutet die Beschaffenheit der Umgebung an. Die Assoziation "Wattenmeer" ist dabei gar nicht so falsch, denn das Gebiet um Wattenscheid war feucht und sumpfig. Der etwas höher gelegene Ortskern war von mehreren Bächen umgeben. Wattenscheid lag zudem am Westfälischen Hellweg, der als Handelsstraße vor allem im Mittelalter bedeutsam war. Zwischen 1413 und 1417 verlieh Adolf Graf von der Mark Wattenscheid die Rechte einer Freiheit. Das erlaubte eine Ergänzung des natürlichen Schutzes der Stadt durch das Wasser um einen Erdwall mit Palisaden, von denen wir heute nur noch einige Gedenktafeln finden.
Für das gegenwärtige Wattenscheid von Bedeutung ist das Rathaus Wattenscheid mit seinen zwei unterschiedlichen Gesichtern: zum einen der Altbau zur Freiheitsstraße hin, der im Stil der Spätrenaissance von 1883 an in mehren Bauabschnitten entstand, und zum anderen der Rathaus-Neubau von 1957. Er liegt zur Friedrich-Ebert-Straße gewand und bezieht das Alte Rathaus als Anbau mit ein.
Obgleich die heilige Gertrud 1937 aus dem offiziellen Stadtwappen verbannt wurde und nur der geteilte Wappenschild aus Lilienhaspel und Märkischem Balken verblieb, findet sich ihr Name und ihr Bild in der Stadt noch überraschend häufig. Einrichtungen wie Kindergarten und Grundschule, sowie Straßen tragen ihren Namen. Die Wattenscheider Kirmes richtet sich nach ihrem Gedenktag, dem 17. März, und heißt deshalb Gertrudiskirmes. Sogar das neue Einkaufscenter am Alten Markt wurde nach ihr "Gertrudis-Center" getauft. Im Rathaus findet sich seit 1897 ein Fenster mit der Darstellung der heiligen Gertrud. Ebenso ziert sie einige Hauswände. Die Verknüpfung zwischen Wattenscheid und der Stadtpatronin Gertrud von Nivelles ist nach wie vor spürbar.
Während Wattenscheid bis zum Beginn des 19. Jahrhunderts sehr ländliches Gebiet war, haben in den letzten 200 Jahren zunächst die Industrialisierung und später der Rückgang des Kohlebergbaus tiefgreifende Spuren hinterlassen. Nahe dem Stadtzentrum ragt noch immer der Förderturm der Zeche Holland in den Himmel. Sie wurde 1973 stillgelegt, das Verwaltungsgebäude steht unter Denkmalschutz.
Heimatliche Gefühle drücken sich für Wattenscheider nicht selten auch im Fußball oder im Karneval aus. Der Fußballverein SG Wattenscheid 09 ist im Stadion an der Lorheide zu Hause und der Karneval besitzt in Wattenscheid und vor allem bei den Gänsereitern in Höntrop und Sevinghausen eine große Tradition.